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GLÜCK

von Éric Assous

Ein Lokal, ein Mann, eine Frau, ein Flirt, eine gemeinsame Nacht. Und dann? „Ich ruf dich an“, sagt Alexandre – dabei hat er nicht einmal die Nummer von Louise. Das lässt sie sich nicht gefallen: Sie versperrt die Wohnungstür, versteckt den Schlüssel. Das kann ja heiter werden! Und das wird es: kein Drama, keine tiefenpsychologische Versuchsanordnung, sondern eine Komödie mit Verve und Esprit. Dafür steht der Name des Autoren: Éric Assous, der schon zweimal den Prix Molière gewonnen hat und darauf spezialisiert ist, an zwischenmenschliche Beziehungen das Seziermesser anzulegen, ohne dass es wehtut – es sei denn vor Lachen.

Da hocken sie nun, der Mann und die Frau, in ihrer Gefangenschaft: Erotisches Szenario, fürsorgliche Belagerung, Geiselnahme? Von allem ein bisschen – wie eigentlich jede feste Beziehung. Da Flucht nicht möglich ist, müssen sie sich miteinander befassen. So gerät „Glück“ zu einem hintergründigen Plädoyer, der Liebe eine Chance zu geben: sich Zeit zu nehmen, um ihren höheren Sinn wie ihren ganz normalen Wahnsinn zu erkunden – mit einem Wort: das Glück, das sie bedeutet.

Éric Assous studierte an der Kunstakademie in Paris und machte bald als Hörspielautor, Krimiautor und Drehbuchautor von sich reden. Fürs Theater entstanden mittlerweile zweiundzwanzig Stücke, 2014 wurde Assous mit dem Großen Preis der Académie Française für sein dramatisches Gesamtwerk ausgezeichnet. Sein Erfolgsstück „Unsere Frauen“ war am kleinen theater in der Spielzeit 2017/2018 in der Inszenierung von Matthias Eberth zu sehen.